Heute beginnen wir mit dem anspruchsvollsten Teil der ganzen Route dem Aufstieg zur Fernpasshöhe. Bernhard fährt, ich wechsle ab mit Fahren und Schieben angefeuert von E-Mountainbikern und dem bereits bekannten E-Bikertrupp.
Nach einer guten Stunde erreichen wir die Fernpasshöhe.
Richtig wild ist die Abfahrt über Schotter, Wurzeln entlang eines steilen Anhangs mit Blick auf den Fernsteinsee. Nichts für schwache Nerven und anspruchsvoll für unsere Bremsen. Es ist eigentlich eine Mountainbikestrecke und unser Bikeline empfiehlt hier für Tourenradler mit Gepäck den Umweg über die Straße. Wir hatten jedoch irgendwo den richtigen Abzweig verpasst.
Am schmalsten Abschnitt der abenteuerlichen Route wird Schieben empfohlen. Er ist zusätzlich mit einem hohen Bretterzaun gesichert um zu verhindern, daß zuviele trotzdem herunterbretternde Mountainbiker den Abhang herunterkullern.
Als wir unten ankommen, ist es richtig sommerlich warm. Wir genießen unsere Mittagspause auf der Außenterrasse eines Restaurants in Nassereith.
Bis Imst sind wir schattig im Wald unterwegs. Danach schlängelt sich unsere Route im Inntal mal rechts und mal links am Inn entlang, ständig bergauf und bergab – selten gerade. Die Landschaft mit Berggipfeln und türkisem Fluß entschädigt für die Mühe. Nach Landeck fahren wir eine Zeit lang parallel mit zwei Mädels, die auch mit Bio Bikes unterwegs sind. Sie haben viel Campinggepäck dabei und schieben tapfer ihre schweren Fahrträder die Berge hoch. Sie wollen nach Venedig. Wenn die beiden da sind, werden sie wirklich ein Gefühl dafür haben, wie es für die Menschen zur Zeit der Römer war, die Alpen zu überqueren.
Die Infotafeln am Wegesrand zur via Claudia Augusta versetzen uns in die Zeit der Römer. Beim Radeln bleibt Zeit über diese fernen Tage nachzudenken. Welches Wissen war für die Konstruktion des Weges nötig? Wie war es wohl in den Pferdewägen über die holprigen Steinstraßen zu fahren? Wie lange brauchten die Menschen für unsere Strecke nach Verona?
Laut Infotafel konnten Eilboten 50-80 km im Schnitt schaffen, normale Reisende 30 -50 km, Händler mit schweren Wagen ca 20 km.
Abends sind wir erfüllt und müde. Für einen Abendspaziergang an den Badesee in der Nähe reicht unsere Energie aber nicht mehr.
Wir essen, planen die morgige Route und schlafen dann gut und fest.




















