Olav 29 Løkken Verk – Gumdal

Es schüttet heute aus Kübeln. Die Wetterapp spricht von 7,7 mm, ab 16:00 Uhr ist Besserung in Sicht. Wir besichtigen also erst Mal das Orkla Technikmuseum und Gammel Gruva, die alte Kupfererzgrube. Von 1654 – 1987 wurde hier Eisenerz abgebaut. Bis 1900, vor der Industrialisierung und dem Einsatz von Dynamit und Elektrizität, war dies ein äußerst mühsames Geschäft. Die Wände des Schachts wurden mit Feuern erwärmt, dadurch wurde der Fels mürbe und konnte mit Hammer und Meißel bearbeitet werden. Die Methode heißt Feuersetzung. Die einzelnen Felsbrocken wurden in Tragen oder Ledersäcken hinausbefördert. Für das Bearbeiten von oberen Bereichen wurden äußerst glitschige Holzstammleitern verwendet. Der Minenarbeiter hatte also Fackel, Hammer, Meißel, den großen Ledersack für die Felsbrocken zu händeln und dabei die Aufgabe nicht aus der Balance zu geraten. Bei all dem gab es statt griffiger Schuhe meist nur umgebundene Lederstücke.

Im Bereich einer nun großen Halle war das Erzaufkommen besonders groß. In dieser Halle wurde über drei Generationen Erz abgebaut. Heute finden wegen der besonderen Atmosphäre und der guten Akustik Konzerte in der Fagerlihalle statt.

Nach dem interessanten Grubenbesuch regnet es nach wie vor wie aus Eimern und wir ziehen es vor der Regnerei, vom Bergmannskroacafe aus, noch etwas zuzusehen.

Zwei junge Wanderer haben sich wohl trotz des Wetters auf den Weg gemacht und erscheinen in voller Regenmontur im Cafe. Wir sind schon sehr verwöhnt und verzogen vom bisher phantastischen Wetter. Seit genau einem Monat sind wir jetzt unterwegs und außer minimalistischem erfrischendem Getröpfele hat’s das Wetter bisher sehr gut mit uns gemeint.

Wir checken immer wieder das Regenradar. Ab 17:00 Uhr lässt der Regen endlich nach. Wir verabschieden uns und spazieren gemütlich die 7,5 km zu unserer nächsten Unterkunft in Gumdal. Wir haben ein hübsches Häuschen nur für uns. Eigentlich waren noch zwei weitere Pilger angemeldet. Wahrscheinlich waren es die zwei, die in Løkken Verk keine Lust mehr hatten noch weiter durch den Regen zu laufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.