Olav 24 Kongsvoll – Ryphusan

Die heutige Tour ist sehr abwechslungsreich.

Die ersten Kilometer sind wir auf dem Varstigen unterwegs. Der Varstigen oder Frühlinhgsweg war bis zum Straßenbau ca 1850 im Frühjahr zur Schneeschmelzezeit, um durchs enge Tal des Drivas in den nächsten Ort zu kommen. Er verläuft in der Höhe überm Tal und war schon in der Vorväterzeit für sein schwieriges Terrain berühmt-berüchtigt. In etliche Historien-Romanen wird der Varstigen genannt.

Die ersten Kilometer sind sehr anspruchsvoll, wir klettern über Felsen, gehen hypervorsichtig schmale verwurzelte Pfade entlang, überqueren einige Bäche, bewegen uns auf wackeligen Holzbohlen über Sumpfstellen. Das alles zum Glück mit Stöcken und im Schneckentempo.

Besonders interessant ist die Querung eines größeren Baches, der oberhalb der Furtstelle als Wasserfall herunterkommt und nach der Stelle zum Überqueren auch sofort wieder in einen Wasserfall übergeht. Wenn viel Schmelzwasser herunterkommt ist es sicher schwierig da rüber zu kommen, heute war’s mit etwas Überlegung ganz o.k.

Ab einem Parkplatz ist der Varstigen dann neu renoviert, es gibt viele Infotafeln, die auf die Geschichte des Varstigen eingehen. Eine Tafel beschreibt wie der damalige König Frederick der Vierte 1704 in einer zweirädrigen Kutsche über den Varstigen wollte, sicher keine leichte Aufgabe für die hiesige Bevölkerung.

Nach ca acht Kilometern biegen wir vom Varstigen ab und bewegen uns hin zum Fjell. Der Aufstieg bis zur Höhe 1314, dem höchsten Punkt des Olavsweg ist streckenweise richtig steil, in der Hochebene angekommen wird es zwischendurch sehr sumpfig und mückenhaltig. Wir nutzen unser Antibrumm. Um uns ein richtiges Fjellfeeling zu vermitteln wechselt in der Höhe das Wetter zwischen Sonne und Nieselregen mit Nebel.

Die Hochebene mit ihren Schneefeldern ist im leichten Nebel besonders mystisch anzusehen. Es passt auch, zur Kargheit der Gegend, dass uns der Wind um die Nasen pfeift.

Mit nassen Schuhen und glücklich landen wir in der warmen SchutzHütte Ryphusan. Die beiden anderen deutschen Pilger haben uns schon erwartet und die Hütte vorgeheizt. Sie hatten den garstigen ersten Teil des Varstigen ausgelassen und waren deutlich schneller am Seitenstreifen der E6 vorangekommen.

Das Refugium Ryphusan gibt es seit dem Start des Olavsweg 1997, es hat Platz für neun Pilger, wir sind die Nummer 3444. Die neun Betten sind ringsum, in der Mitte steht ein langer Tisch, es gibt eine kleine Küche und Schöpfeimer für Wasser vom Bach und natürlich ein Plumpsklo. Musikprogramm ist Schafblöken und Wasserrauschen.

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