Olav 06 Granavollen – Høgkorsplassen

Ins Granavolden Hotel würden wir jederzeit wieder gehen. Das reichhaltige Frühstück ist eine gute Vorbereitung für die zwei Tage abseits der Zivilisation. Als Highlight konnte man sich frische Waffeln backen. Im Høgkorsplassen erwartet uns eine Übernachtung in einer Herberge ohne Strom mit Gas und Wasser von der Quelle.

Wir haben Glück. Die Schwesterkirchen von Granavollen sind für eine Reisegruppe aus North Dakota, deren Vorfahren wohl aus dieser Gegend kommen, geöffnet. Die beiden mittelalterlichen Kirchen sind auch im Innern schlicht und schön.

Wir zünden eine Kerze an für meine drei Schwestern.

Der Legende nach sind die zwei Kirchen die ältesten Zeugen der Christianisierung dieser Gegend. Sie sind ungefähr 1000 Jahre alt. Sie wurden angeblich von zwei Schwestern errichtet, die so zerstritten waren, dass sie nicht mehr in die selbe Kirche gehen konnten. So hat im Nachhinein auch ein Streit einen Sinn.

Dank der Reisegruppe aus den USA können wir auch die nahe gelegene romanische Dorfkirche in Tingelstadt besichtigen. Die norwegische Führerin Andrea erzählt interessante Details. Die kleine Kirche wurde 1220 erbaut. Die zwei Meter dicken Außenmauern bestehen aus Steinen und Felsblöcken, die die Bauern der Umgebung zusammengetragen haben. In den ersten Jahrhunderten gab es keine Bänke. Die Gläubigen lauschten über 4-5 Stunden im Stehen der lateinischen Liturgie. Es gab einen Eingang fürs Volk und einen für die Reichen. Bettler und Straftäter mussten separat auf der Holzempore hinten stehen. Der Besuch der Kirche war für alle verpflichtend. Zu Kriegszeiten diente die Kirche als Festung.

Die schönen alten Holzbänke kamen zur Reformationszeit hinzu. Auch ein Fenster für mehr Licht im Raum wurde ca 1550 eingebaut. Jetzt konnte das Volk mitsingen und mitbeten, brauchte eine Ablage und Licht fürs Gebetbuch.

Nahe der kleinen Kirche ist ein Freilichtmuseum mit alten Bauernhäusern aus der Region. Mit einem Pausentag wäre die Besichtigung sicher lohnend gewesen. Wir wollen weiter heute. Nach dem Einkauf für zwei Tage be in Brandbu führt der Weg in den Wald. An einem Bach entlang geht es stetig bergauf zum Høgkorsplassen. Hier ist eine kleine Selbstversorgerpilgerunterkunft mitten im Wald mit Blick über bewaldete Berghügel. Strom gibt es minimal zum Handy aufladen von einer kleinen Solaranlage, Wasser von einem Brunnen, der von einer Quelle gespeist wird.

Zugang zu dem kleinen Raum mit Stockbett, Gaskocher, Tisch und zwei Stühlen bekommen wir über einen Code. Bezahlt wird bar in den Briefkasten. Es ist sehr gemütlich und still hier.

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